gore-tex transalpine-run 2006 oberstdorf-latsch

8 tage, 4 länder, 14.000 höhenmeter, 240 kilometer

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irgendwann ende 2005 lag der flyer für den goretex transalpine run 2006 im briefkasten. wir sind um ihn rumgeschlichen wie um eine bombe, die es zu entschärfen galt. also rotwein her, mut antrinken und öffnen. am ende der flasche war aus dem mut schierer übermut geworden und die anmeldung ausgefüllt. der team name "alpenschleicher" ergab sich rasch, denn schnell würden wir sicher nicht sein. und so begann das jahr 2006 mit training, zum glück ist andreas recht trainigskonsequent und hat uns viele male abends oder morgens aus der wohnung getrieben. viele lange, ruhige läufe, oft an aufeinanderfolgenden tagen. teils mit stöcken. der september rückte näher und der zeitpunkt zum "kneifen" war auch irgendwann vorbei. spätestens als uns axel darauf ansprach, er hätte unsere namen auf der startliste dieses alpenlaufes gefunden.... die letzten tage vor dem start war es uns schon ordentlich unwohl. welch ein wahnsinn? was hat uns da bloss geritten?




der ritualisierte tagesablauf
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gegen 6 uhr ist im camp an schlafen nicht mehr zu denken. zuviele schlafsäcke und kleidertüten rascheln, zuviele läufer sind schon beim zähneputzen oder bei der morgengymnastik. also was tun? aufspringen und in den waschraum, solange das noch ohne anstehen geht, oder noch 10 minuten dösen?...
ab 7 uhr frühstück. die kalorien wollen nachgefüllt werden, vorallem flüssigkeit muss in grossen mengen getrunken werden. danach noch den tagesrucksack mit energieriegel und wasser auffüllen. schlafsack, isomatte und restliches gepäck am lkw abgeben und auf zum check an der startbox.
dort versucht sven uns mit musik die letzte schläfrigkeit auszutreiben. die rucksäcke werden kontrolliert. jedes team muss wärmejacke, verbandszeug, karte, mütze und handschuhe mitführen. kurz vor dem start hält der streckenchef wolfi noch ein kurzes briefing zur strecke. und wichtig, zu den zeitlimits des tages. dann ist es auch schon zeit für "unser lied": keep on running, ein für den veranstalter produzierter song. gestartet wird dann jeden tag zu ac/dc highway to hell...

am ziel ist ein kleines dorf aufgebaut. fußbäder vom hauptsponsor gore, whirlpool von puma, zielverpflegung, musik, sanitätszelt, massage - die allerdings kostenpflichtig. zur unterkunft kann man entweder noch humpeln, oder sich vom shuttle-bus chauffieren lassen. das ist alles sehr gut organisiert.
aber erst mal auch mit dem kopf ankommen: ein alkoholfreies bierchen, oder auch ein vollstoff zur belohnung, noch ein bisschen rumhängen, dann ab unter die dusche. so langsam wird der hunger auch schon mächtig und die wartezeit aufs abendessen lässt sich herrlich mit dem pflegen der wehwechen überbrücken. noch ein blasenpflaster, oder doch lieber ein tapeverband? cremes und salben....
das essen variiert, je nachdem wie sich der etappenort ins zeug legt. von pasta mit tomatensosse und emmentaler bis zu 4 verschiedenen menüs oder gulasch mit knödeln - alles ist möglich. meistens jedoch lecker und reichlich.
später stellt streckenchef wolfi noch die morgige etappe vor und dann begeistern noch die "bilder des tages", nur noch getoppt vom "video des tages". das ist schon imposant. vorallem die helikopteraufnahmen faszinieren.
aber kaum ist der letzte filmschnipsel vorbei, strömt auch schon alles ins lager. die schlafzeit wird dringend benötigt. morgen dürfen wir ja wieder früh raus.




oberstdorf – steeg 29km – 1496 hm

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am vorabend startpakete holen. es gibt taschen, bedruckt mit unserer startnummer, käppies, shirts und noch eine menge kleinkram. dazu eine handy-nummer für notfälle und natürlich unsere startnummern.
am nächsten morgen geben wir die taschen vollgepackt am lkw ab, der sie für uns zum nächsten etappenort bringt. im zentrum von oberstdorf ist der bär los: die oststrasse, einkaufsstrasse und flaniermeile, wird neu eingeweiht und wir dürfen sie sozusagen „entjungfern“. daher sind unmengen menschen da, die den startbereich schon lange vor dem start säumen.
eine kurze streckenvorstellung und informationen – auch über die zeitlimits - von wolfi für alle, die gestern nicht bei der pastaparty waren. dann startaufstellung. „keep on running“, „highway to hell“ und los. durch die neue oststrasse, dann aber bald auf schotter bergauf, am golfplatz vorbei und lange ins tal zur spielmannsau hinter – abwechselnd teer, schotter und wanderpfad. im talschluss an der materialseilbahn zur kemptner hütte verpflegung – es gibt wasser, iso, brühe, studentenfutter, riegel, nusszopf und orangen – und apfelschnitze. zeitlimit hier 1,5 stunden, nicht für alle locker zu erreichen. dann auf wanderwegen durch den sperrbachtobel, an der kemptner hütte vorbei über's mädelejoch. auf der anderen seite steil bis sehr steil auf wanderwegen und wirtschaftswegen bergab nach holzgau. zweite verpflegung. danach erwartet uns noch ein weiterer anstieg. schöne wanderwege, aber leider umrunden wir steeg erst, bis wir endlich ins ziel laufen dürfen.




"... die stimmung in oberstdorf verleitet mich viel zu schnell loszulaufen. die quittung gibt's rauf zum mädelejoch. blöder anfängerfehler..."

steeg – st.anton 30km - 1950hm

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die strecke wird wegen schnee in den ausgesetzteren höhenlage verkürzt – so richtig traurig ist wohl niemand.
von steeg aus geht's zunächst steil auf teer ins almajurtal, weiter auf geschotterten wirtschaftswegen in den talgrund. nach der ersten verpflegung steil linkerhand in schlamm und sumpf zur leutkirchner hütte. oben wird der weg trockener, der steile bergwald weicht weiten wiesenböden. der weiterweg zur ulmer hütte verläuft erst auf dem kamm, dann in serpentinen auf und ab den hang querend. und zuletzt in fels und schnee weit bergauf. mit etwas übung in felsigerem gelände kein problem. der übergang am valfagehrjoch ist verschneit, kalt und zugig. die steile schotterrinne ist nicht gerade einfacher mit dem schnee. mehr runterrutschen als laufen. ab der zweiten verpflegungsstation an der ulmer hütte geht es bequemer auf wirtschaftswegen der skilifte nach st.anton hinunter.



"... leide noch von gestern..." "... wanderer in daunenklamotten treffen läufer in kurzen hosen. witzig ..."

st.anton – ischgl 37km - 2360hm

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wohl die härteste etappe. viele höhenmeter und technisch schwieriger als die anderen abschnitte. von st.anton steil auf teer und schotter das tal zur darmstädter hütte rauf, auf breiten schotterstrassen am stausee vorbei. kurz unter der hütte wechselt der untergrund zu steindurchsetzten wanderwegen. knapp unter dem kuchenjoch kommen wieder einige schneefelder dazu. der anstieg zum joch selbst ist drahtseilversichert, nicht besonders schwierig, aber ungeübte können hier einiges an zeit verlieren .
der abstieg jenseits des jochs geht schier endlos über almmatten und niedriges buschholz. im talgrund die zweite verpflegungsstation, dann wieder zunächst auf geschotterter wirtschaftsstrasse, später auf wiesenmatten bergauf. zuletzt eine rampe mit schutt und blockwerk rauf zum schafbichljoch. schwierig der abstieg zur friedrichshafener hütte: trotz der müdigkeit ist volle konzentration gefragt. der weg ist schottrig, steinig, später auch wurzelig, aber vorallem schmal und steil. und zu allem überfluss gibt es im tal noch flache 6km schotter nach ischgl.




"...langsam wird's..." "...mein ego leidet unter dem kleinen sturz mehr als mein knie..."

ischgl – scuol 42km - 2230hm

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die marathonetappe. technisch unschwierig im vergleich zum vortag. der erste anstieg auf asphalt ins nächste hochtal ist wieder steil, später zieht er sich geschottert und flach lange das tal zur heidelberger hütte. ab dort wird's ein steilerer wanderweg zum fimberpass. steil drüben runter und kaum auf bequemerem schotterweg angekommen, geht's rechterhand wieder im wald empor. eine wirtschaftsstrasse noch, dann nur noch pfade zur fuorcla da champatsch. aber auch die letzte heftige schuttrampe geht noch. und dann abwärts, abwärts, abwärts. grasmatten, schotterstrassen oder direttissima über die blanke bergwiese. scuol kommt nur zäh und langsam näher.




"...der erste marathon ! juhuu ?! ..."

scuol : bergsprint 6,2km - 870hm

knackig. steil und kurz. auf steilen schotterstrassen und noch steileren bergwiesen empor. fast direttissima zur motta naluns. abfahrt glücklicherweise mit der gondel ...

"... jawohl ! ..." "... uff ! aber das liegt uns mehr als langgezogene hochtäler ..."

scuol – mals 37km – 1330hm aufstieg/ 1540hm abstieg

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zur abwechslung nicht steil ins nächste hochtal, sondern leicht fallend 6km das tal hinunter nach sur'en. dann ins val dadaint hinein und in gleichmässiger steigung zur berühmten val d'uina. in den fels gesprengter pfad mit tiefblicken, aber problemlos zu laufen. über den schlinigpass in weiten wiesenmatten, lange wellig am hang entlang zur plantapatsch. ab dort mal wieder steil auf forststrassen bergab, auf schönen waldwegen dem talgrund entgegen und zu guter letzt 5 km auf asphaltiertem radweg nach mals. so richtig rollen will's allerdings nicht mehr.


"... das wellige gelände am schlinig zieht ganz schön körner ..." "... jetzt fangen die wehwehchen an ..."

mals – schlanders 35km – 2000hm aufstieg/ 2340hm abstieg

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rappenscharte. höchster punkt der tour. doch erst mal wege durch die obstwiesen, ungemütlich, weil abschüssig und bisweilen glitschig an waalen entlang zu den glinser höfen. ab dann nur noch auf steigpfaden bergauf , bergauf und bergauf. zum schluss geröll und schutt. die ersten höhenmeter drüben sind gut abzufahren, dann bergab, bergab und bergab. steinige wanderpfade, wiesenmatten und forststrassen. und die sind mal richtig steil ! kurz vor schlanders noch sandige wanderwege, die von den hirten zum auftreiben ihrer ziegen und schafe genutzt werden. steilheit in neuer dimension. die beine brennen.




"... hammer ! 900hm weglos rauf ! noch härter der sturz ins tal. mann, ist der weg steil ! ..."

schlanders – latsch 29km - 1830hm

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eine fleissübung. über wald- und wiesenwege, oberhalb der baumgrenze wieder wanderwege zur göflaner scharte. etwas felsig - das drahtseil ist nicht unbedingt nötig – am hang entlang und dann wieder auf wald- und wiesenwegen bergab. ein schlenker einen schönen waalweg entlang, an einer ruine vorbei und noch schier endlose 3km durch die apfelplantagen nach latsch. geschafft !!!





"... die luft ist raus. aber geschafft ! ..." "... wir sind finisher ! ..."


gore-tex transalpine-run 2007 oberstdorf-latsch

by noëlle e zeca / team viva brasil



2007 waren wir selbst nicht am start. danke an noëlle und zeca für ihren bericht.                                             



This year I’m gonna describe the Gore Tex Transalpine Run using the race director’s, Wolfgang, words “a life time experience”. The third edition was the best one, the one we can really call “Transalpine”.

The weather conditions were the biggest issue this year. We never knew what we should expect and it was in Wolfgang hands the tough decisions about what to do or not. The rainy days made our routes more and more difficult, a real challenge. The security route became the official one some days.

The 4th day was almost cancelled ‘cause the snow. Wolfgang and his crew spent hours together thinking what would be the best for the athletes. The answer was to cancel the 42k and once again use the alternative route. Anyway, the day wasn’t easy at all. We needed to wear all the equipment required, fleece, gloves, rain jacket and pant. The snow didn’t stop and the strong wind froze our bones. Wolfgang let pretty clear that we must be 100% the time together otherwise the teams would be disqualified. The danger followed us all the time that day. But we made it.
The Transalpine’s strongest point is the tight bounce between the members of Plan B. When we least expect in the middle of nowhere we found Wolfi waiting to give us some words of encouragement. Nobsi, Holger, Lutz and Nico (my beloved Rescue Team) were always in the most inhospitable point also to give us some help and for sure the most important, they always were cheering us up.



If this year the race was difficult for the athletes what can I say about the team that put all the marks to be followed. What an amazing job, they’re tough boys. For sure I would never forget to mention the tireless journey the “closing team” had. Always with a friendly face no matther how tired they were. What a crew we had to support us!

Despite of the fact that we weren’t in contact we the other half of Plan B members, we can’t forget them. It was their synchronism that made it work.

Even with all the adversities we face it and we had our best run. We completed the Transalpine in 49h56min, five hours less than last year. I heard that next year the cities are gonna change, for sure that’s a good excuse to be back. Who knows?