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GutsMuths Rennsteiglauf 2010 Supermarathon 

[bar][05-2010]



unser saisonhöhepunkt .... welcher wahnsinn uns da auch immer getrieben hat, wir sind für den supermarathon am rennsteig gemeldet. die woche davor ist anstrengend und arbeitsintensiv, lange läufe haben wir keine mehr gemacht. wetter schlecht, motivation unzureichend, gesundheitszustand naja ... ausreden über ausreden oder verdrängungsmechanismen. wir haben einfach angst vor dem langen kanten. plan oder wunsch ist es unter 10 stunden zu bleiben, das heisst pro 5km 40 minuten zeit.

mit der bahn geht es am freitag nach eisenach. das wetter sieht nicht toll aus, die ganze woche über ist es schon kalt und regnerisch. laut wetterbericht soll der samstag wenigstens trocken werden. über eisenach hängen schwere wolken und immer wieder fällt regen. tolle aussichten ! wir treffen dietmar am hotel und machen zusammen den obligatorischen ausflug zur wartburg. hübsch ist es da !

gegen spätnachmittag holen wir die startnummern ab, abends gibt’s kloß-party im festzelt. lecker gulasch dazu. und ein köstritzer für die rechte bettschwere geht schon. wir treffen claudia und cristina und sogar sabine, meine laufbekanntschaft vom kyffhäuser, läuft uns über den weg. hauptdiskussionspunkt : was anziehen, wie kalt wird es, wie kalt ist es morgens, wird es tagsüber warm ? also: was anziehen ? in der nacht trifft michael dann noch spät aus ulm ein.

wecker um 4:30h, frühstück vor 5h. um 6h ist start angesagt. das wetter ist tatsächlich trocken und nicht einmal ganz so kalt wie befürchtet. noch kurz in ein café am marktplatz, ein leckerer espresso und los geht’s schon. noch in eisenach beginnt der anstieg zum rennsteig. es hängt nebel über den bäumen und den hügeln. hoffentlich nebel - auf wolken und regen haben wir bei der langen laufstrecken definitiv keine lust. tatsächlich kommt innerhalb der ersten stunde sogar die sonne raus ! aber leider nur kurz, bald versinkt der wald wieder in nebel und wolken. aber es bleibt trocken. wir laufen mit michael zusammen, dietmar hat sich gleich nach dem start wie auch claudia abgesetzt. und getreu michaels credo : „berg ? gehen !“ gestalten sich die ersten kilometer eher wie eine ambitionierte mai-wanderung. so machen es aber alle um uns herum. kurz vor der ersten verpflegung eine bekannte gestalt vor uns : angela, die ich ja auch beim kyffhäuser kennengelernt hatte. ihr rene ist natürlich weit vorneweg, sie selbst will eher einen lockeren lauf als vorbereitung für die 'tortour de ruhr' machen und lässt es betont ruhig angehen. und claudia stösst von hinten (? wie das ?) zu uns. das ist das schöne an den langen läufen, man trifft sich, man kennt sich, man läuft zumindest abschnittsweise miteinander. michael hingegen ist nach vorne weg. claudia folgt bald nach, wird allerdings später nach der nächsten verpflegung wieder von hinten auf uns auflaufen – hase und igel ? mit angela laufen wir eine ganze weile bergauf und auch mal bergab durch den thüringer wald. die wege sind durchaus grob und steinig und nicht immer einfach zu laufen. noch dazu mit recht knackigen steigungen gespickt. die strecke ist schwieriger als der marathon, kaum asphalt und die wege wesentlich naturbelassener. wir quatschen viel und hören von angela einiges und recht interessantes über verschiedenste ultraläufe. irgendwann lässt sie sich zurückfallen, sie will es ja schliesslich heute ganz gemütlich angehen und eine bergziege sei sie eh nicht so ... bei mir läuft es ganz gut, zweimal warte ich noch auf andreas. wir liegen gut vor unserem zeitplan. dann wird es ziemlich windig, wolkig, nebelig, also auch kalt. ich beschliesse, doch einfach weiter zu laufen. mein mann macht das schon !
die versorgungsstationen sind übrigens genial. schleim, obst, brote, würste, salz, cola, tee, iso, wasser und natürlich auch bier ! der eigene trinkgurt ist fast überflüssig. irgendwo bei km 45 laufe ich wieder auf michael auf. der vermutete uns vor ihm und war etwas erstaunt. ein paar kilometer laufen wir zusammen, dann setze ich mich ab. es geht noch, und so lange es noch geht, will ich soweit wie nur irgend möglich kommen. es wird zäh, das anlaufen nach den bergaufstrecken immer schwerer, auch auf der ebene schleichen sich gehstrecken ein, nur bergab läuft es immer noch so einigermassen. die oberschenkel werden krampfig, aber mit einer salztablette lässt sich das immer noch regulieren. km 55, der grenzadler ist erreicht. hier gäbe es eine reguläre ausstiegsmöglichkeit. nein, wetter hält, ich halte durch. jetzt wird mir zum ersten mal klar, dass ich diesen lauf tatsächlich finishen kann ! kurzfristig leuchten unter 9h auf – aber zwischen km 60 und 70 geht nicht mehr viel. für die letzten 9km brauche ich dann doch fast 80 minuten. aber egal, die zeit ist besser als erwartet, nein, mehr noch: ich werde finishen ! die kleinen anstiege werden zu bergen, selbst die flachen abschnitte scheinen bergauf zu gehen, nicht einmal bergab rollt es mehr. angela kommt von hinten und trabt locker an mir vorbei. ich passiere km 70, km 71 – es wird emotional. km 72, die strasse durch schmiedefeld, die wiese mit dem zielkorridor. das ziel ! dahinter – ich hab's geschafft. ich muss schlucken, bin knapp vorm heulen. ein wahnsinn. der supermarathonn liegt hinter mir.

andreas kommt etwa 20 minuten nach mir rein. er hat probleme mit dem linken fuss, kann nur schlecht auftreten. und damit läuft er die letzten 10km ! ich bin so stolz auf ihn.

viel wald, viel bäume, anspruchsvolle wege, erstklassige versorgung und eine perfekte organisation. der gutsmuths-rennsteiglauf, ob supermarathon, marathon oder die halbe distanz, ist mehr als nur einfach ein toller crosslauf.

zum picasa webalbum


kyffhäuser berglauf  2010 marathon

[bar][05-2010]


...und einmal mehr zieht es uns im april wieder zum kyffhäuser. in „vorfreude“ auf den diesjahr geplanten rennsteig supermarathon will ich die marathondistanz angehen, während andreas sich vorher nicht noch die leiden bei einem langen lauf bewusst werden will. aus dem teutoburger wald stossen bettina und dietmar zu uns, er wird mit mir zusammen starten, während bettina ihrem lädierten fuss zuliebe „nur“ mit andreas zusammen den halbmarathon angeht.

es ist deutlich kälter als letztes jahr, die wälder sind noch nicht recht grün. der morgendliche start wirkt dadurch und durch die tiefen wolken nicht gerade freundlich. zumindest sollen die wege recht trocken sein, da es die letzten wochen kaum geregnet hat. wir laufen zunächst auf der strasse relativ flach aus bad frankenhausen zur barbarossahöhle. dort erwartet uns doch tatsächlich der rotbart und lässt sich gerne mit den läufern fotografieren. hier im hinteren feld ist das mit der zeit ja auch nicht so wichtig. nach steinthaleben treffe ich mit angela und sabine zusammen und für die nächsten kilometer bilden wir ein nettes weibertrio. bei der ersten getränkestation gibt’s schon köstritzer ! super, morgens um halb elf gleich das erste bier ! da läuft es sich doch gleich ganz locker weiter. forstwege, gelegentlich trailabschnitte, der höchste punkt am funkturm. hier ist die versorgung in der hand der bundeswehr – leider kein bier .... weiter durch den noch kaum frühlingshaften wald. angela läuft langsam warm. man merkt ihr die ultraläuferin an. so bleiben sabine und ich als duo übrig. wendepunkt am kyffhäuserdenkmal. haferschleim und natürlich bier ! der folgende weg ist ein wunderschöner trail, der sich um den berg windet und kurz nach einem kleinen malerischen waldsee in die strecke des halbmarathon mündet. sabine fällt leider zurück, so dass ich die letzten 14km alleine abspule. der lange abstieg nach udersleben beschafft mir ein zwischenhoch. das angenehme gefälle sorgt für – meine verhältnisse – geniale kilometerzeiten. die letzten beiden kilometer vor dem dorf sind dann sehr steil und nach etwa 30km finden das auch meine oberschenkel nicht mehr lustig. der aufstieg zum flugplatz und der weg an ihm entlang ist für mich eher ein psychisches problem. noch durch den wald, am panoramamuseum vorbei und in steilem abstieg nach bad frankenhausen zurück. andreas füttert mich über die absperrung noch mit erbseneintopf. damit fällt die „ehrenrunde“ um das start/zielgelände doch gleich leichter ! 4:31h – damit bin ich superzufrieden. und dass der lauf relativ schmerzfrei war, lässt mich für den langen kanten in 4 wochen hoffen !


GutsMuths Rennsteiglauf 2009 Marathon 

 [bar][05-2009]

   


einer der traditionsläufe in deutschland, der 2009 zum 37.mal stattgefunden hat.
der namensgeber johann christoph gutsmuth würde dieses jahr 250 !

zur eintimmung hier gutsmuth's laufregeln :
"- man gehe stufenweis, wie bey allen uebungen.
- man nehme kühle tage.
- man lasse die oberkleider vor dem beginn der uebung ablegen, und nach ihrer beendigung wieder anziehen.
- man beobachte die läufer und lasse jeden aufhören, so bald sich stärkere erhitzung zeigen will, und der odem zu kurz wird. nimmt man diese regel zur grenze, so ist durchaus nichts vor dem längsten laufen zu befürchten.
- nach der uebung gehen die läufer 10 bis 15 minuten, erst stärker, dann langsamer umher."

der lauf soll volksfest, party und herrlicher landschaftslauf in einem sein. also machten wir uns im mai 2009 auf den weg in den thüringer wald. anfahrt wie so oft mit dem zug, am bahnhof in suhl holen uns bettina und dietmar, die mit dem auto vom teutoburger wald herunter gefahren waren, ab.

als erstes steht startnummern abholen auf dem programm. das geht nur an den jeweiligen startorten. zur erklärung: ziel des supermarathons mit 72,7km, des marathons mit 43,5km und des halbmarathon mit 21,1km ist jeweils schmiedefeld am rennsteig. gestartet wird in eisenach, neuhaus am rennweg und oberhof. eine art sternlauf also.
daher chauffierte uns dietmar zunächst durch schmiedefeld hindurch nach neuhaus. was soll man sagen – schöne landschaft, aber ganz schön lange strecke .... leise zweifel kommen auf, schliesslich wird der rennsteiglauf ja sozusagen unsere marathon-premiere. diese distanz kennen wir bisher nur vom transalpine-run als eine von mehreren etappen. und da geht man ganz anders an die sache ran.

in neuhaus gibt's schon eine kleine marathonmesse, jede menge läufer und jede menge thüringer klösse. keine pasta-party, sondern klösse mit rouladen und rotkraut. mal was anderes und ziemlich lecker. die obligatorische thüringer roster geht auch noch. aber ob das die ideale läufernahrung ist – egal, gespült wird noch mit einem guten köstritzer schwarzbier. hans-im-glück, wohl ein original des rennsteiglaufes, macht stimmung.

zeitig fahren wir zurück nach schmiedefeld, beziehen dort die ferienwohnung und schauen noch im dortigen festzelt vorbei. ein ganzer sportplatz mit angrenzenden wiesen steht für den zielraum, fressmeile und zelt zur verfügung, zuzüglich eines ganzes wohnmobilparkplatzes. nun ja – die teilnehmerzahlen auf allen strec
ken liegen ja auch deutlich über der 10.000er-grenze und die wollen irgendwo untergebracht werden.


am nächsten morgen geht's früh los. der bustransfer nach neuhaus startet um 6:30h. uff. also läuferfrühstück eher im bus. an der haltestelle wimmelt es vor läufern. ein bus nach oberhof, noch ein bus nach oberhof und ein weiterer bus nach oberhof. und endlich auch welche nach neuhaus. die sind schnell voll und uns bleibt nur ein sitzplatz auf dem boden. die fahrt nutzen wir zum dösen und etwas zu essen und zu trinken. in neuhaus ist es wie immer vor einem start – es ist frisch, alles hockt in der halle und geniesst die wärme bis zuletzt. lange schlangen vor den toiletten und den dixies.
gegen dreiviertel neun wird's langsam ernst. kleidersäcke abgeben und ab in den startbereich. schneewalzer und das rennsteig-lied. offensichtlich grölen alle mit – verstehen und hören kann man wegen des helikopters nichts. das ganze starterfeld fängt an zu schunkeln – wir werden „zwangsgeschunkelt“, aber es wird einem wenigstens etwas wärmer.

und dann ab – zuerst auf relativ breiten strassen aus neuhaus raus und richtung rennsteig. die masse kann sich auf den ersten kilometern etwas verteilen, bevor es auf die schmaleren abschnitte geht. der regen der vortage hat den untergrund leicht aufgeweicht, aber die waldwege sind gut zu laufen. die ersten 10km vergehen schnell. schön und leicht zu laufen und für einen landschaftslauf ungewohnt viel leute um einen rum – fast zuviel ? andreas will etwas schneller als ich und setzt sich ab. aber er bleibt in sichtweite etwa 100 bis 200m vor mir. also doch dasselbe tempo, aber so fühle ich mich gut gezogen. auch die zweiten 10km sind problemlos – relativ schnell erreichen wir die grosse verpflegungsstelle am wasserturm masserberg. tee, iso, wasser, cola, brot, zitronen (?), äpfel und natürlich der berühmt-berüchtigte schleim. seltsame konsistenz - geht aber gut runter.
dann wird's hügeliger – irgendwo müssen die insgesamt 770hm ja auch stecken ! ein stau im wald – es geht in einen schmalen, steinigen hohlweg. nur im schritttempo können wir den nächsten kilometer zurücklegen. der weg ist toll, würde uns liegen. aber wir müssen uns in die schlange einreihen. ein, zwei läufer brechen durch's unterholz – ob sich das wirklich lohnt ?

bei kilometer 29 die nächste grosse verpflegung. mit massage-dienst. meine beine würde es freuen, so langsam werden sie schwer. aber ob ich danach noch weiterlaufen könnte oder wollte ? andreas ist weiterhin nur knapp vor mir. ob ich ihn nochmal einhole ? die beine werden jetzt allerdings ständig unwilliger. es gibt einige kurze anstiege, die mittlerweile von nahezu allen um mich herum wie auch von mir gegangen werden. da stehen mein vater und omi neben der strecke ! was soll's – begrüssung, umarmung und kurzer wortwechsel. die zeit muss sein. danach ist andreas allerdings weg und damit auch ein wenig mein ansporn. die letzten 10km werden zäh.

schon vor der 40km-marke hört man den stadionsprecher in schmiedefeld. ein giftiger anstieg noch, dann geht's ins städtchen runter. eine zeitnahme bei den klassischen 42,195km und der letzte anstieg. eine schmale strasse zum sportplatz rauf. die trasse für die läufer ist abgesperrt. dahinter zuschauer und die, die schon finisher sind. anfeuerungen und beifall – alpe d'huez im kleinen. eine runde noch um den platz, von der seite kommen die supermarathonis rein und die letzten 100m legen wir gemeinsam zurück.

danach köstritzer und suppe – die läuferverpflegung. die fressmeile bietet fischsemmeln, waffeln, kuchen, nudeln und einiges mehr. glücklicherweise ist im kleiderbeutel ein wenig geld.


abends grosse party im festzelt. man muss es erlebt haben – wie die supermarathonis, marathonis und halbmarathonis tanzen, auf den bänken stehen und singen. als ob sie nicht gelaufen wären. hans-im-gück heizt mit der partyband ein und das zelt tobt.
der rennsteiglauf ist wirklich ein muss für jeden läufer ! einmal sollte man schon dabei sein.


kyffhäuser berglauf  halbmarathon

[and][04-2009]


nach meiner sehnenscheidenentzündung an den linken fussstreckern, bzw -beugern im herbst des letzten jahres, soll dies der erste wiedereinstiegslauf werden. nach dem gesteigerten trainigsumfang in den letzten wochen hat sich mein fuss jedoch leise zu wort gemeldet, so dass ich mit bis zum tag vor dem start noch nicht recht sicher war: soll ich laufen? ist das noch zu viel? hier gilt es die balance zu finden zwischen wiedereinstieg und überforderung.

am samstag stand ich jedenfalls mit 300 weiteren läufern um 9:15 in bad frankenhausen auf dem schlossplatz um die 21 km (oder auch etwas mehr?) in angriff zu nehmen. die temperatur war mit 9 grad ideal und glücklicherweise hat es zum frühstück aufgehört zu regnen. ich begleite barbara, die bereits letztes jahr auf der strecke unterwegs war und sehr von schwärmte.

eine runde durch bad frankenhausen, vorbei an flickstübchen, haus der dienste und asiaten mit „döner mit bratnudeln“ auf der speisekarte. wir traben locker an. über den anger und am dorfrand dann ein kurzes stück auf der landstrasse zum kyffhäuser. doch schon biegen wir links ab und tauchen ein in ein herrliches netz von wunderschönen waldwegen. gleich am anfang geht’s bergauf durch einen hohlweg. der weissdorn ist gerade in blüte und strahlt zwischen den ergrünenden büschen am wegrand hervor. die nächsten kilometer laufen wir stetig bergan. wenn auch zumeist moderat, wunderbar zu laufen. hier nehmen wir so ziemlich jeden untergrund unter die schuhe. von asphalt im ort, über groben kopfstein bis hin zu lehm- und sandigen waldwegen. einfach herrlich abwechselnd. und meist sehr gut zu laufen, da die wege nie wirklich grob werden.
endlich entdecke ich auch mal ein kilometerschild – ich übersehe die meistens. aber was soll das? das schild teilt mir noch 20 zu laufende kilometer mit – wir sind aber bereits über 20 minuten unterwegs ?? und so steil ist das hier nicht. barbara weiss vom letzten jahr, das die schleife im ort länger wäre, die schilder auf der strecke aber noch an den traditionellen stellen hängen. später mal auf einer karte nachrechnen..


tiefer im wald treffen wir auf die ersten „weichen“ passagen. durch den regen am vortag sind die lehmwege aufgeweicht und schmierig. vorallem bergauf stellt das einige läufer vor ungeahnte schwierigkeiten. wir können hier dank unserer alpinen erfahrung gut punkten. das ist halt wie auf schnee. keine vorlage – auch nicht bergauf – sondern gerade über dem fuss stehen und „weich“ abstossen, geschwindigkeit konstant halten, keine überflüssigen tempo- oder richtungswechsel. so kommt man am energiesparendsten voran. alles andere bedeutet 2 schritt vor, einen zurück. das macht hier irgendwie sogar spass.
für ein kurzes stück begleiten uns die etwas später gestarteten 14k läufer, ehe sie richtung bad frankenhausen abbiegen. dafür kommt das hintere feld der sehr früh gestarteten marathonbiker dazu. mittlerweile ist das feld aber soweit auseinandergezogen, dass dies kein problem darstellt!


wir laufen an einem hang parallel zum kyffhäuserdenkmal. eigentlich hat man von hier eine tolle sicht darauf – aber heute liegt es noch in den wolken. ein langer abstieg auf einer breiten forststrasse nach udersleben in dem die kilometerschilder nun zügig vorbeifliegen, durch in blütestehende streuobstwiesen sich schlängelnde wiesenwege und wir sind schon wieder fast in bad frankenhausen. im dorf noch eine verpflegungsstellen mit wasser, tee, bier, bananen und fettbemme. weisser toast mit streichfett.... richtige marathon nahrung! ein kleiner anstieg noch hinauf zum flughafen. nochmal ein welliges, kurviges waldstück auf schmalen hohlwegen, die direkt nach einem mountainbike rufen, aber auch zu fuss eine wahre freude sind. hier kann laufen gar nicht zur qual werden, die wege sind einfach zu toll. etwas weiter vor dem sehenswerten panoramamuseum erwartet uns ein gesangsverein mit einem ständchen. von hier geht es auf sandigem boden richtig steil hinab in den ort und wieder zurück auf den schlossplatz, der noch einmal umrundet wird.


einfach ein wunderbarer lauf zum geniessen. sicherlich nicht gut für die bestzeit. und er macht lust auf die lange strecke, während einem die 14k und 6k läufer fast schon leid tun. zu schnell ist dann das ganze hier vorbei.
ständig kommen jetzt noch weitere halbmarathonis, walker und wanderer ins ziel, dann auch schon der erste marathonläufer.
den essgutschein lösen wir allerdings nicht ein. zwar macht mich die thüringer roster schon sehr an. die schlange ist aber so lange, da könnte man nochmal zumindest auf die 6k runde gehen... ist aber nicht so schlimm. im festzelt erstehen wir frisch gebackenen kuchen zum stückpreis von 50cent!
ohne schlange!

auch mein fuss hat gehalten. trotz der „unebenen“ strecken. Schön.

zum veranstalter


kyffhäuser berglauf  2008
halbmarathon der e.on thüringer energie
[bar][04-2009]

die landschaft rund um den sagenumwobenen kyffhäuser hatte mich schon vorher fasziniert, so dass es für uns dieses jahr schon fast logisch erschien, an diesem traditionsreichen lauf mitzumachen.
dieses jahr war es die 30. veranstaltung. die stadt bad frankenhausen hat sich sehr darauf vorbereitet – in vielen geschäften hängen bilder der letzten läufe und willkommens-plakate für die läufer und deren begleiter.
ausgeschrieben ist ein marathon – für läufer und mountainbiker, der halbmarathon sowie strecken über 14km und 6km für läufer, walker und wanderer. weitgehend handelt es sich dabei um unterschiedliche strecken, die jede für sich ausgeschildert und mit versorgungsstationen bestückt sind.
auf dem schlossplatz in bad frankenhausen befindet sich der start- und zielbereich mit festzelt, kleiner läufermesse und „fressmeile“. die startnummernabholung am vortag klappt gut, alles scheint gut organisiert und vorbereitet.


dann der lauftag – bereits um 8:00 gehen die mtb-ler auf ihre marathonstrecke. in etwa 15min-abständen begeben sich danach alle läufer und walker auf ihre strecken, zuerst die marathonis, dann die halbmarathonis, gefolgt von den 14km- und den 6km-teilnehmern.

für mich ist für den halbmarathon start um 9:15. andreas hüstelt und schnupft seit einigen tagen und verzichtet deshalb auf den lauf. vorher der obligatorische gang zur toilette – hier einer der ganz wenigen kritikpunkte: 6 dixies für insgesamt fast 2000 leute auf allen strecken? aber so brauche ich nicht lange am start zu stehen. das regenwetter der letzten tage weicht sonnenschein und wir machen uns auf den weg. schon im ort beginnt der anstieg auf teer und kopfstein, hinter der stadtgrenze geht es sofort auf steinige naturwege und gut bergauf. der regen der letzten tage sorgt für einen gelinde gesagt weichen untergrund, der sich im laufe der nächsten kilometer in fast knöcheltiefen schlamm verwandelt. leicht empörte ausrufe über die wegbeschaffenheit werden mit einem trockenen „ist doch ein landschaftslauf“ quittiert. doch die fast 250hm bis zur ersten versorgung bei kilometer 5 werden dadurch ganz schön körnerziehend.


danach wechseln wir auf forstwege mit härterem untergrund. fast schon erholsam, da es ab hier nämlich auch erstmal wieder bergab geht. ein herrlicher blick zum kyffhäuser-denkmal, um das die marathonis herum dürfen. hier treffe ich auf thomas, der ein „alter hase“ beim kyffhäuserlauf ist. wir fachsimpeln etwas über landschaftsläufe, über ehrgeiz und laufgenuss und sind bald in udersleben angelangt. versorgung hier sogar mit köstritzer schwarzbier! der folgende anstieg zum segelflugplatz wird trotzdem nicht leichter. inzwischen liegen etwa 15km hinter uns und die anfänglichen kraftraubenden schlammabschnitte machen sich bemerkbar. thomas verabschiedet sich, da ich doch immer langsamer werde (die frequenz der fotos steigt an...). danke nochmals für die nette begleitung an dieser stelle! die letzten kilometer weisen noch landschaftliche highlights auf, bevor es steil am panoramamuseum vorbei hinunter nach bad frankenhausen geht. einmal noch rund um den schlossplatz, eingelaufen wird in zielkorridoren je nach strecke. bei mir war das nicht mehr schwierig, andreas hatte aber beobachten können, dass die ordner bzw. einweiser zwischendurch ordentlich zu tun hatten.



fazit : ein gelungener lauf, landschaftlich wunderschön, die strecke nicht ohne anspruch. wir werden uns dort sicherlich nochmal blicken lassen !


zum veranstalter


spreewald biosphären halbmarathon
[and.bar][04-2008]

der spreewaldmarathon ist ein regionales grossereignis. das ganze wochenende über gibt es wettbewerbe über wettbewerbe. paddeln, radeln, laufen, skaten, wandern. verschiedenste streckenlängen für schier alle leistungsklassen an verschiedenen orten. der biosphären-halbmarathon findet samstags in lübbenau statt und ist für läufer, walker und wanderer ausgeschrieben.

wir kommen etwas knapp in lübbenau an. parken und auf zum start. so richtig ausgeschildert ist das ganze hier nicht. dixies sind leider auch keine zu finden. die öffentlichen toiletten kosten 50 cent. ist ja kein problem, aber wer hat schon 50 cent münzen beim start zum halbmarathon dabei?

auf dem schlosspatz ist partystimmung. enten, pinguine und laufbienchen ... die
läufer, walker und wanderer stehen in ihren startblöcken. dazu spielt ein spielmannszug auf. gleich nach dem start quetschen wir uns durchs parktor. dann geht es erst ein stück auf asphalt durch die lübbenauer randzone. bei kilometer 3 die erste brücke über die spree. und der erste stop. die stimmung im hinteren teil gleicht eher einem gruppenlauf als einem wettkampf. einfach eine tolle athmosphäre ! danach finden wir uns auf einem herrlichen waldweg wieder. links und rechts von uns kanäle – hier fließe genannt. sehr malerisch. die nächste treppe und eine kleine pause .... es staut sich, bis der tross rüber ist. ohne grosse kurven kommt man gut in den rhythmus, der sandige boden ist schön zu laufen. ab der ersten verpflegung sind wir wieder eine weile auf asphalt unterwegs. es folgen abschnitte über schotterwege, immer durch grüne wiesen und beginnenden frühling. nach der zweiten verpflegung wird's vorübergehend etwas morastig. ein kleiner weg schlängelt sich zwischen bäumen und wasser hindurch. hier stehen an manchen ecken musiker und begleiten uns für kurze zeit.


später auf einem plattenweg durch offenes gelände. anfangs eine willkommene abwechslung wird der mit der zeit ziemlich anstrengend: eine platte ist schiefer als die andere. und er geht schier ewig einfach geradeaus. dritte verpflegung an einem wirtshaus im wald und darauf folgt ein weiterer herrlicher abschnitt auf schmalen wegen durch einen birkenwald. wieder entlang der fließe.


zum ende hin sorgen noch ein paar brücken auf dem ansonsten extrem flachen kurs für ein paar höhenmeter.
super idee: als medaille gibt es eine metall-gurke ! mal was anderes ! spreewaldgurken gab's übrigens auch bei der einen oder anderen verpflegungsstelle. ein schöner lauf, der einem die schönheiten des spreewaldes wunderbar näher bringt.

am tag drauf hängen wir noch in burg (wenige kilometer entfernt) einen flachen asphalt-10er an. landschaftlich nicht dasselbe erlebnis, aber für einen strassenlauf auch sehr schön. die ortsschilder sind hier wegen der sorbischen minderheit übrigens zweisprachig.

zum veranstalter