keep on running - st.wendel


st.wendel city-night-sprint 1.oktober 2010 [pulsar]


fast verschlafen
unser hotel liegt extrem günstig. keine 20 meter von der startbox weg. so kann ich mich am spätnachmittag noch gemütlich aufs zimmer legen, um etwas zu entspannen.
ich komm wieder zu mir, als ich speaker svens stimme höre, wie er die ersten starter ins rennen schickt. ich habe die nummer 50, gestartet wird im abstand von 15 sekunden. das heisst sich jetzt zu sputen. zum glück habe ich meine laufklamotten schon an. ich brauch nur noch schuhe, die startnummer, ein schluck wasser und raus geht’s.
ich bin noch ganz schön neben mir und versuch mich durch hüpfen und zappeln etwas wacher zu bekommen, dann werd ich auch schon auf die strecke geschickt.
gleich zu anfang geht es hoch. die strecke ist ein erstaunliches auf und ab, hier um die ecke, dort über eine wendeltreppe, kopfsteinpflaster, durch eine mit fackeln beleuchtete passage. alles dabei. schon nach der ersten kurve bin ich allein für mich, kann also nicht einfach hinterher traben, sondern muss aktiv nach der wegführung ausschau halten. von hinten kommt erst auch mal keiner. hatte mir das hier nicht so einsam vorgestellt.
die zweite hälfte der strecke führt uns durch zwei grünflächen über baumstämme und strohballen – naja, die strohballen wirken jetzt etwas zwanghaft, sonst ist der parcour super spannend und anstrengend und obwohl es nur gute 3km sind, wünschte ich mir km schilder (oder besser 100m schilder). wie weit ist es noch? durchziehen und eingehen oder druck rausnehmen und durchkommen?
jetzt rauscht auch noch hans an mir vorbei – und der ist einige nummern hinter mir gestartet! er läuft zwar aufs masterpodest, aber das kann man ja noch nicht wissen. also erstmal frustriert druckrausnehmen. andererseits glaube ich jetzt die kurve vor uns wiederzuerkennen und wenn wir jetzt rechts abbiegen, müsste es richtung ziel gehen – oder? ja tut es, also endspurt. der geht jetzt wieder ganz gut, ist nur zu kurz. mist. hätte ich doch durchgezogen ...


spiemont trail 2.oktober 2010 [bar]


nach dem citysprint von gestern gibt es heute die lange aufgabe zu meistern: 31km durch die wälder von st.wendel. die letzten tage waren nass, das wird auf den versprochenen trails sicherlich spannend. andreas verzichtet heute auf den start. sein fuss macht leichte probleme und er möchte den start in athen ende des monats nicht riskieren. weise entscheidung, wenn auch nicht leicht.

das wetter ist durchwachsen. wird es trocken bleiben oder doch noch regnen ? die temperaturen sind mit 12° bis 14° jedenfalls ideal.

punkt 12h fällt der startschuss. etwa eineinhalb kilometer laufen wir durch st.wendel, dann geht es bei der wendelinus-kapelle in den wald. schon der erste trailabschnitt verspricht einiges für die kommenden kilometer. schmal, schlammig. am ersten steilen hügel nach zwei kilometern werden die meisten läufer zu ambitionierten wanderern. wir überqueren eine grosse wiese am missionshaus und tauchen in die wälder ein. und dann : was soll ich sagen ? trails vom allerfeinsten ! wanderwege wechseln sich ab mit pfaden und trampelspuren durch's unterholz. bachtal hinunter, waldhügel rauf. springen über baumstämme und bachläufe, jede menge schlammige pfützen. glitschige lehm- und holzstufen. nur kurz zwischendurch legen wir ein paar meter auf forstwegen zurück und gleich geht’s wieder nach links oder rechts in den wald. kurze, teils giftige anstiege, seenlandschaften aus schlamm und schmuddelwasser, steile rutschbahnen aus lehm und dreck. an ruhiges laufen im rhythmus ist nicht zu denken. zwischendurch regnet es wohl auch mal ein bisschen, aber hier im unterholz fällt eh genug wasser von den bäumen. es ist wunderbar. so viel trail auf einmal ist mir bisher noch nicht untergekommen. und dazu diese traumhaften wälder. aber es ist anstrengend. meine sprunggelenke fühlen sich nach drei stunden schlammtrails ähnlich müde an wie nach zwei tagen sand. für andreas wäre dieser lauf der absolute traum gewesen.

nach etwa dreieinhalb stunden verlasse ich die wälder wieder und laufe die letzten kilometer durch st.wendel. müde, feucht, verdreckt und sehr, sehr zufrieden !


fotos vom spiemonttrail unter
www.oberallgaeuer-laufseminar.de/stwendel.html



bosenbergtrail 3.oktober 2010
[pulsar.bar]

[bar] am dritten tag stehen andreas und ich wieder gemeinsam im startblock. das wetter ist heute wunderbar, ein goldener oktober-tag. die ersten meter aus st.wendel hinaus sind die selben wie am tag zuvor. bis zur grossen wiese oberhalb vom missionshaus stapfen wir im schlamm von gestern. schön, dass ich das heute mit meinem mann zusammen erleben kann. dachte ich mir. denn bereits am ersten berg machen sich die 31km von gestern bei mir deutlich bemerkbar, während andreas locker bergauf läuft. nun gut, dann doch kein gemeinsamer lauf.

[pulsar] heute bin ich wieder am start. der rechte fuss ist dank tape|bar professionell verklebt und fühlt sich gut an. mal sehen, wie weit es gut geht.
gut gefrühstückt stehen wir auf dem marktplatz in st. wendel. die ersten drei kilometer legen wir unspektakulär auf asphalt zurück. dann geht es doch recht zügig über forststrassen auf einen rutschigen waldweg. alles noch zum warmlaufen. der ganze erste anstieg ist leicht zu laufen.

[bar] bergab wird’s ruppig. einfach mal dirretissima den waldhügel runter. eine läuferin vor mir fängt an zu humpeln. umgeknickt ? nein, es geht schon, die antwort. tatsächlich wird sie mich gegen ende noch überholen. bergab geht’s gut, auf der ebene läuft's einigermassen, nur bergauf geht heute nicht mehr viel. über den tiefenbachpfad arbeiten wir uns wieder nach oben. steile stufen aus holzbohlen und lehm lassen die beine jubilieren … und an jedem absatz stehen ein paar der wenigen zuschauer und feuern an. uff !!!

[pulsar] ab der ersten verpflegung beginnt dann der eigentliche trail. über wiesen, halb zugewachsene forstwege, waldpfade und trampelpfade geht es weiter. teilweise frage ich mich, ob das hier überhaupt ein weg ist oder nur kurz trassierband durchs unterholz gelegt wurde. herrliche pfade, die sich im slalom um bäume winden, wechseln sich mit schlammigen teilstücken ab.
ich fang gar nicht erst an um die vermeintlichen schlammlöcher herumzulaufen. gleiche taktik wie im winter: keine richtungsänderung, keine geschwindigkeitsänderung auf schlamm. einfach ungerührt weiter laufen. vielleicht den abdruck nach hinten etwas reduzieren, so kommt man am besten weiter!
unvermittelt geht es in serpentinen steil bergab. nur um nach einer bachüberquerung auf sich auf einem ebenso steilen holzstieg auf der anderen seite wieder hochzuquälen. das macht aber spaß, obwohl das ständige auf und ab so langsam an der kondition zehrt.
aber es geht schon richtung ziel zurück. diesmal fast im freien fall nach unten. da sind wohl schon einige läufer vor mir durch, so rutschig wie das hier jetzt ist. zum schluss nur noch die 3km vom anmarsch zurück rollen und schon sind wir auf der pasta party.

[bar] andreas ist bereits im ziel, einmal abklatschen und fertig.

fazit : „keep on running“ in st.wendel ist schwer zu empfehlen. trailschuhe mit gutem grip sind allerdings unabdingbar und vielleicht auch ein wenig erfahrung auf schwierigerem terrain.


schluchtensteig teil 1
[pulsar]

döggingen - lenzkirch - aha



kurz nach fünf geht der wecker. nur noch einmal kurz umdrehen, dann geht es los. die laufsachen liegen schon parat. die lange trainingshose und die regenjacke drüber ziehen und wir starten mit unseren 10 l rucksäcken richtung bahnhof. glücklicherweise hat der bäcker schon auf und wir können noch ein frühstück erstehen. 5:52 abfahrt. die nächsten 3 stunden können wir weiterschlafen, bis uns die regionalbahn um kurz vor neun ausspuckt. döggingen. wenige kilometer von hier beginnt ein wanderweg durch die gauchachschlucht, der uns direkt zur wutach führen wird. dort wollen wir ein teilstück des schluchtensteiges belaufen.

die müdigkeit liegt noch wie blei auf uns und so rollen wir uns träge ein. aber schon nach kurzer zeit sind wir hellwach. der gemütliche forstweg, der sich auch schön mit dem bike befahren liesse, wandelt sich schlagartig in einen äusserst anspruchsvollen trail. der abstieg zur gauchach ist durch die starken regenfälle der vergangenen tage sehr rutschig. nasse wurzeln wechseln sich mit schlammlöchern und nassen felsstücken ab. hier heisst es aufpassen! der trail windet sich steil bergab. sobald wir die gauchach erreicht haben, folgen wir ihr weiter flussabwärts. das tal ist schmal, so schmal, dass sich der weg und die gauchach den platz teilweise teilen. zumindest sehen manche felsabschnitte so aus, als ob sie bis vor kurzen noch zum flussbett gehörten.

wir überqueren den fluss mehrfach über stege und folgen ihm meist unmittelbar neben seinem lauf auf schmalen pfaden. herrlich. der ausflug hat sich bereits gelohnt und wir legen mehrfach fotopausen ein. da die kompaktkameras aber nicht so richtig flink sind, „müssen“ wir die schönen stellen mehrfach durchlaufen, um halbwegs brauchbare bilder zu erhalten.

wir brauchen lange bis zur gauchachmündung. viel länger als gedacht. der trail ist aber auch deutlich anspruchsvoller als erwartet. viel nasses holz und grobe felsabschnitte bremsen uns aus. dafür schlägt das trailherz stärker. das hier hat alles was wir wollten.

an der wutach angekommen folgen wir dem schluchtensteig flussaufwärts. der weg ist exzellent beschildert und die karte kaum nötig. ein kurzes stück des weges ist flüssig und leicht zu laufen, doch auch hier wird es bald anstrengender. grosse schlammpfützen erschweren das vorankommen, dann entfernt sich der weg immer wieder vom talgrund den hang hinauf um kurz darauf wieder ans wasser runter zu führen. ein ständiges auf und ab. „nepali eben“.

an der wutachmühle vorbei, rümmelesteg und laut karte vorbei an der wutachversickerung. heute ist aber genug wasser da. von einer versickerung ist nichts zu erahnen.

auf einmal kommen uns auf dem sonst einsamen steig immer mehr wanderer und familien entgegen. dabei lässt der pfad hier kaum gegenverkehr zu, so schmal windet er sich durch die schlucht. die meisten entgegenkommenden lassen uns aber anerkennend vorbei. trotzdem kommt ein ständiges stop and go dabei heraus. das zehrt. dazu kann sich der pfad immer noch nicht entscheiden, die einmal gewonnene höhe zu behalten. rauf, runter, rauf.

auch der magen macht sich bemerkbar. ausser einer nussschnecke vor 5 stunden und einer halben tüte nüsse gab es noch nichts. wir kehren in der ausflugsgaststätte schattenmühle ein und gönnen uns ein paar bratkartoffeln.

nach der ausführlichen mittagspause in der sonne geht es erstmal unerwartet steil und lang hoch. wir laufen immer noch neben der wutach, allerdings ein ganzes stück über ihr. mit vollem magen wird aus unserem run erstmal eine ambitionierte wanderung. dafür ist der weg stellenweise etwas einfacher.

ein alter bekannter zeigt sich nach langer zeit wieder. tractus iliotibialis. hätte ich jetzt auch darauf verzichten können. so ein mist. - ok, ich war in der letzten zeit vielleicht etwas nachlässig, was das stretchen angeht... so nutze ich jetzt halt jede zweite parkbank, um meine hüfte aufzudehnen.

die rötenbachschlucht zweigt jetzt ab. sieht auch nicht schlecht aus. wir folgen aber immer noch dem schluchtensteig. kurz darauf sind wir am ursprung der wutach. gutach und haslach vereinigen sich hier. wir machen nochmals einige höhenmeter entlang der haslach in richtung lenzkirch, unserem heutigen etappenziel. in den hängen entlang der schlucht versorgen wir uns mit frischen himbeeren. lecker.

der schluchtensteig hat zumindest in diesem bereich nichts mit dem lieblichen schwarzwaldbild aus der milchwerbung zu tun. viele anstiege. ruppige trails. unmengen an wurzeln und felsigen trailabschnitten. eigentlich alles was einen tollen trail ausmacht. aber auch sehr fordernd.

am nächsten tag ist supersommerwetter angesagt. wir laufen nur noch locker aus, um am schluchsee wieder in den zug zu steigen. wir verlassen den schluchtensteig für wenige km, um am urseer hochmoor vorbei zu laufen. leider nur vorbei und so ist vom moor nicht viel zu erleben. relativ einfache waldwege kommen mir heute zwar entgegen, insgesamt ist dieser abschnitt aber wenig lohnend. wir erklimmen den höhenzug, um dann kurz hinter fischbach wieder auf den schluchtensteig zu treffen. und fast sofort wird es wieder etwas trailiger. der abstecher über den blickstein hoch überm schluchsee ist wieder richtig schön. danach fallen wir auf einem sehr souligen trail hinab zum schluchsee, unserem ziel.



zum picasa webalbum




schwäbischer albmarathon 2009

[bar][10-2009]

ende oktober. bei der abfahrt in ulm ist es noch dunkel und nebelig. das wetter der letzten tage war eher bescheiden. bei ankunft in schwäbisch gmünd blitzt aber schon etwas blauer himmel durch den hochnebel.

startnummernabholung und marathonmesse sind im historischen gebäude des „predigers“ untergebracht, nur einen katzensprung vom startbereich auf dem marktplatz. ich gebe mein gepäck ab, platziere noch etwas eigenverpflegung in die kiste „35km“ und begebe mich dann zum start.



es ist frisch, aber der tag verspricht wiklich schön zu werden. beim countdown verkneife ich mir ein lachen: was tu ich hier eigentlich ? ich und ultra ? grössenwahnsinnig geworden oder was ? aber dann laufe ich auch schon.

zunächst etwa 3km flach durch schwäbisch gmünd, dann geht's auf waldwegen kupiert weiter. bei km 6 beginnen die höhenmeter. leider immer noch auf asphalt. bei km 10 etwa passieren wir das wäscherschloss und geniessen jetzt die herbstliche sonne. ein goldener oktobertag ! eine sanfte welle und es geht weiter bergauf.



bei km 16 verlassen wir endlich die geteerten abschnitte. dafür ist der folgende anstieg über die wiese zum gipfel des hohenstaufen knackig steil ! die letzten meter sind eine wendepunktstrecke, links kämpfen sich die läufer bergauf, rechts springen die vorderen schon wieder den berg hinunter. ein wunderschöner waldtrail, der kurz nach km 18 leider schon wieder in einen asphaltierten radweg mündet. vor uns liegen jetzt hohenrechberg und stuifen, die für die ultras beide noch auf dem plan stehen. unterhalb des hohenrechbergs heizt eine drummer-band ein. der folgende anstieg wird per schild mit „weg des leidens“ angekündigt. eine steile, sehr steile strasse zur wallfahrtskirche hinauf. die, die entgegenkommen, sind die finisher des 25km-laufs, die oben ihre aufgabe erledigt haben. unter applaus laufe ich linkerhand am ziel vorbei und begebe mich auf den abstieg. wiederum ein toller trail.



viel zu bald geht aber auch dieser wieder in befestigte radwege über. der nächste gipfel ist der stuifen, den wir knapp unterhalb des gipfels umrunden. wieder auf schönen pfaden, die sich allerdings ziemlich steil bergauf und wieder bergab am berg entlangziehen. links rauf und rechts runter, so dass ich wieder sehen kann, dass hinter mir
tatsächlich auch noch läufer unterwegs sind. inzwischen laufe ich schon jenseits der 30km-marke. dass es beginnen würde, weh zu tun, ist nicht ganz richtig, denn es tut bereits weh. bei km 33 erwartet uns die nächste schleife rund um das schwarzhorn. ein heftiger aufstieg auf einem wiesenpfad und ein moderater abstieg auf einem geschotterten forstweg. bei km 35 geniesse ich meine eigenverpflegung (eine gekochte kartoffel und eine kleine portion wildchips). auch der „hafertrank“ (eine verdünnte variante des bewährten rennsteig-haferschleims) tut gut.



die nächsten kilometer gehen nur bergab. erstaunlich, dass ich es auf der schotterstrasse im wald doch tatsächlich noch rollen lassen kann. bei km 40 beginnt wieder der asphalt, schade. zwischen km 43 und 48 verläuft die strecke auf der alten bahntrasse, die jetzt ein – natürlich geteerter – radweg ist. sehr zähe angelegenheit. ich versuche, den kopf abzuschalten und trotte so vor mich hin. die letzten 2 km durch schwäbisch gmünd sind dann auch auf einmal vorbei und ich habe meinen ersten ultra tatsächlich gefinished ! mit der zeit von 5:49h bin ich sehr zufrieden, immerhin waren ja auch noch einige höhenmeter dabei.


fazit: schöner lauf, gut organisiert und nette helfer. sehr schöne trails rund um die drei kaiserberge, die allerdings etwas im schatten der langen asphalt-passagen stehen.